Leuchttürme

Unsere gestrige Ankunft in Amrum war sozusagen Präzisionsarbeit, um es positiv auszudrücken. E konnte sogar noch den Schlüsselcode des letzten Jahres ausfindig machen. Wir standen nämlich vor einer standhaft verschlossenen Tür, weil der Code, den E vor Wochen telefonisch mit dem Herrn Christians ausgeknobelt hatte, einfach nicht funzte. Also den Herrn anrufen und unser Pech auf seine Combox rapportieren. Dann hatte E die Erleuchtung, und siehe da: der letztjährige Code war immer noch korrekt. In der Zwischenzeit hatte der stets gutgelaunte Herr Christians Bereits zurückgerufen und erfahren, dass wir nun doch kein Problem mehr hatten.

Noch besser funktioniert hatte der Service des Fahrradverleihers: die beiden Velos mit Pfaffenlenker und Kettenschutz standen fahrbereit auf der Wiese vor dem Haus.

Um’s Haus und auch drinnen hatte sich in den letzten 11 Monaten fast nichts verändert: immer noch die urgemütliche Ausstrahlung eines über 50-jährigen, reetgedeckten und echt nordfriesischen Häuschens mit viel Platz und Geschichte und in Sichtweite des Wattenmeers. Also weg mit den feuchten Töffklamotten und hinein in die kurzen Hosen. Dann leeren der Gepäcktaschen, verteilen der Innereien, decken von Mäxu und… oje: es war mittlerweile 17:50 geworden, und die Geschäfte schliessen hier um 18 Uhr. Also sofort ab auf die Räder und über den holprigen Dammweg zum 1,8 km entfernten Edeka in Wittdün. Keuchend und schwitzend treffen wir um 17:58 ein und finden alles, was wir für 4x Zmorge benötigen. Aber vorher gibt’s Znacht, und zwar in der «Seekiste» im gleich nördlich gelegenen Dörfchen Nebel.

Heute konnten wir endlich draussen frühstücken, bei ziemlich Wind, aber ausreichend Sonne und ein paar Wölkchen. Dann ab auf’s Rad und rüber zum Leuchtturm, der bis 14 Uhr geöffnet hat. Wir haben einen genialen Überblick über die kleine Insel: man kann mit einer einfachen Drehung auf dem Absatz problemlos sowohl die Nord- wie auch die Südspitze überblicken. Weiter geht’s zu Stefan’s Fahrradverleih, um mein viel zu grosses Velo gegen ein Damenmodell einzutauschen. Der Mech zeigt uns ihr grösstes Herrenmodell, das häufig gebucht werde, aber auch für ihn zu gross sei. Und er misst 1.93 m. Okay, man ist hier offensichtlich ein kleines Bisschen grösser als ich… Jedenfalls bin ich dankbar, bei Haltemanövern nicht mehr Kopf und Kragen riskieren zu müssen.

Heute hat E im «Strandhäuschen Süddorf» reserviert, wo wir, nach einem Abstecher nach Nebel (für Bargeld und Glacés), einen wundervollen Abend zwischen den Dünen verbringen und nach dem Znacht am Strand spazieren gehen. Da man hier eher früh isst, haben wir auf der Velotour dem Meer entlang nach Steenodde, wo wir wohnen, sogar noch Abendsonne. Der Umweg über die «Blaue Maus» lässt die Sonne aber doch noch ganz untergehen.