Beim Frühstück wissen wir es noch nicht, aber dieser Tag wird wieder super. Noch dazu der Ostersamstag, 20 Grad, wolkenlos, eine leichte Brise. Doch alles der Reihe nach: zunächst das Zmorge. Der Wecker versucht sein Glück wie üblich um 8 Uhr. Dann folgt das übliche Rumfläzen, bis wir dann beide endlich auf der Toilette gewesen und parat für das Frühstück sind.

Erika leitet den Spiegelei-und-Speck Zyklus ein, währenddessen ich mich um die Peripherie kümmere: Tisch decken, Kaffee aufbrühen und Trinkwasser vom 8-Liter Bidon auf handlichere PET-Flaschengrösse umfüllen.

Nach dem opulenten Zmorge folgt die Abwascherei, die wegen des Grillabends vorher umfangreicher ausfällt als üblich. Während des Abwaschens können wir noch ein bisschen mit den übernächsten Campingnachbarn plaudern, die gleichzeitig ihren Abwasch erledigen. Sie bleiben hier nur 2 statt wie wir 4 Nächte, bewegen sich dann aber ebenfalls Richtung Granada. Die Frau meint, es sei sehr schwierig, Tickets für den Besuch der Alhambra zu bekommen. Das hatten wir schon geahnt, aber noch nicht so richtig ausprobiert.

Dann „innerer Dienst“, wie das vor einem halben Jahrhundert bei mir in der Armee hiess. Also schlicht duschen.

Dort die Schrecksekunde: wo ist mein Handy? Wegen Papiermangels hatte ich die Toilette gewechselt, leider ohne das Gadget. Kurz danach beim Duschen und voll eingeseift dann die Erkenntnis: da fehlt was! So schnell habe ich noch nie mit Duschen aufgehört, aber die flotten Spanier hatten das unmotiviert herumhängende Gerät in einer der Toiletten zu meinem Glück nicht geklaut. Das wäre etwas mühsam geworden für mich und für uns…

Wir entscheiden uns, per Velo an den Strand zu fahren. Das sind ungefähr 4 km mitten durch das Obstanbaugebiet mit riesigen Treibhäusern und seltsamen Gerüchen. Vorne im Pueblo dann eine propere Strandpromenade mit kleinen Restaurants und freiem Blick auf den Strand. Letzteres probieren wir gleich aus, spazieren lange barfuss dem Strand entlang und wieder zurück. Dann werden die Tücher auf dem heissen Sand ausgebreitet, die Hose entfernt und hin- und herdiskutiert, wie wir das mit der Alhambra in Granada anstellen wollen. In der Nähe von Granada konnten wir ab Osterdienstag drei Übernachtungen auf einem Campingplatz ergattern, aber Tickets scheint in diesem Zeitraum keine zu geben, sondern frühestens für Ende April. Wir beginnen schon, unsere Reise darum herum zu planen. Zufälligerweise finden wir noch einen anderen Ticketstore, der uns für horrende 120 Euro am Freitag Einlass zusichert, und zwar für die ganze Anlage, also auch die Nesridenpaläste und die Gartenanlagen. Damit gestaltet sich unsere Reise etwas unkomplizierter.

Dann viel Wasser (!) trinken beim nächsten Restaurant, Reservation ab 21:30 bei einem anderen und Zurückradeln zum Campingplatz. Duschen, eincrèmen, lange Hosen anziehen, Jacken einpacken und wieder zurückradeln an den Strand. Wir haben eine Stunde Zeit für einen Apéro, bevor wir um 21:30 den reservierten Tisch erhalten. Das war ein super Tag!