Ronda
Der Abschied vom Camping „La Bella Vista“ fällt un ungewohnt leicht – trotz der wirklich atemberaubend schönen Meeresbrandung mit passender Geräuschkulisse. Vielleicht sind uns vier Sterne einer zuviel?
Die drei Übernachtungen direkt am Meer haben ihre Spuren hinterlassen. Beispielsweise auf der Frontscheibe unseres immer noch ungewaschenen Sprinters. Nur wenige Minuten nach Abfahrt entdecken wir mitten im Strassengewusel eine Tankstelle von Repsol. Üblicherweise gibt es hier einen Kessel mit Wasser mit Schwamm. Also tanken wir und versuchen, mit dem kurzen Stengel die Windschutzscheibe unseres hohen Gefährts vom Meersalz zu befreien.
Dann ab in die Berge. Die beginnen direkt nach der Tankstelle und führen uns im Laufe des Tages über mehrere Pässchen von bis zu 900 Metern ü. M..

Bis nach Ronda, berühmt für seine Stierkampf-Arena – der ersten in Spanien (!) – sowie seiner über 100m tiefen Schlucht in den Felsen, die das Städtchen teilt.
Hier wird es haarig. Zunächst fahren wir Ronda von der falschen Seite her an und landen sofort auf dem Hauptplatz. Super, denken wir, aber die Fuchtelei des Beifahrers eines Abschleppdienstes für LKW‘s, der unmittelbar vor uns hält, macht uns stutzig. Also schnell wieder weg und über viele sehr enge Kurven und einen Riesenumweg auf die andere Seite.

Dort wieder in die Altstadt mit unserem Riesengefährt, bis wir endlich auf einem offiziellen Parkplatz beim Bahnhof mit Schranke und Ticket und allem Brimborium landen. Weiter zu Fuss in die von Touristen gut gefüllte Stadt bei knapp erträglichen 26 Grad. Da passt eine Glacé gerade perfekt. Schliesslich landen wir im Zentrum bei der sehr beeindruckenden Brücke über besagte Schlucht – und den anderen 1001 vorwiegend asiatischen Touristen.

Die sicherlich frische Glacé drückt auf Verdauung und Gemüt – wie auch die Einsicht, dass es heute nicht mehr bis nach Tarifa ans Meer reicht. Zurück am Bahnhof dann die leidige Erkenntnis, dass die Restaurant-Toilette mit Verweis auf die Touristen-Touilette geschlossen ist, und diese mit Verweis auf die aktuellen Umbauarbeiten ebenfalls. Glücklicherweise entpannt uns die borgdeigene Toilette…
Wie diskutiert reicht es nicht mehr bis ans Meer – das wären 3h, Start um 16:30. Also schnappen wir uns den nahegelegenen Campingplatz, nicht ohne von Google Maps durch eine Quartierstrasse geführt zu werden, die eine 2,5m hohe Unterführung hat. Wir sind aber 3m hoch, wissen das und umfahren unter heftigem Protest unseres Navis und anderer Verkehrsteilnehmer die Engstelle, um auf dem Campingplatz ohne weitere Zwischenfälle einen 500g-Fleischbitz (für Zwei;) auf dem Grill platzieren zu können.

Schön war‘s, aber auch anstrengend…