Braga (updated)
Von Peso da Régua bis hierhin nach Brega ist es nicht weit, laut Google Maps wäre die Strecke in etwa zwei Stunden zu fahren gewesen. Aber wer will denn schon über die Autobahn hetzen?
Also schauen wir uns unterwegs die 12-bogige Brücke der Römer in Chaves über den Tâmega an. Es ist wieder einmal sonnig, die Temperatur ist sehr angenehm, knapp 20 Grad. Dazu weht eine leichte Brise, die mit dem dichten Blätterwald des schönen Baumbestandes vor dem Städtchen spielt. Die Unterschiede zum Süden sind deutlich: es hat Bäume, und die haben grüne Blätter. Auf dem Weg zur Brücke begegnet uns ein junger Mann mit einem mir gut bekannten Gedget in den Händen: eine Fernsteuerung für eine Drohne von Dji. Aber wo ist die Drohne? Wie haben die hübsche und gleichzeitig imposante Brücke, die seit bereits zwei tausend Jahren hier steht, schon fast von allen Seiten abgelichtet, als wir den jungen Mann wieder sehen. Er watet im seichten Fluss umher und sucht sein Fluggerät, das er schliesslich dann auch aus dem Fluss zieht. Diesen Wasserschaden kann er vermutlich nicht mehr mit einem Föhn reparieren.
Nach der Brücke schlendern wir noch ein wenig durch die wirklich sehr alte Altstadt. Hübsch und sehr lebendig, mit vielen kleinen Läden. Aber die Häuser sind meistens baufällig oder nahe daran. Um so authentischer wirkt das Städtchen.
Vor einem kleinen Café hängt ein Glacé-Schild. Wir gehen hinein und kaufen eine Exotic und eine Magnum. Zu unserer Überraschung versucht sich die freundliche Ladeninhaberin in recht gutem Schweizerdeutsch. Im Gespräch finden wir heraus, dass sie vor 28 Jahren in der Gastronomie gearbeitet hatte, in Bern am Bundesplatz.
Bei der Wegfahrt von Chaves werden wir uns – zum Glück – wieder einmal bewusst, wie hoch 3m sind. Erika geht neben dem Sprinti, den ich im Schritttempo unter einer Überführung hindurch bewege, und kontrolliert, ob auch nichts kratzt. Alles im grünen Bereich. Die Zufahrt zu diesem Parkplatz war halt eine Einbahnstrasse…