Richtung Lissabon
In Évora wollen wir heute, am Tag unserer Abreise, noch so einiges besuchen: das Aquädukt, auch die grosse Kathedrale mit Aussicht vom Dach auf die ganze Stadt und auch die etwas kleinere Kathedrale, die aber die grössten von Portugal in Privatbesitz ist. Dann noch die lästige Pflicht: Einkaufen. Wir brauchen Wasser, Tomaten und andere Früchte, Eier und Speck, vielleicht ein Stück Fleisch für den Grill sowie ein paar Biere.
Das Abbauen ist Routine, braucht aber seine Zeit und ist schweisstreibend, weil die Sonne sehr bald kräftig heizt und einige Tätigkeiten an der prallen Sonne ausgeführt werden müssen, wie z.B. die Montage der Velos auf dem Träger.
Kurz noch der letzte Toilettengang und los geht’s. Nach wenigen hundert Metern sinkt die Aussentemperatur von 39 auf immerhin 35 Grad. Trotzdem wollen wir so schnell nicht wieder aus dem Camper. Also streichen wir kurzerhand die morgendliche Sightseeing-Tour und beschränken uns auf den Einkauf.
Wir halten auf dem Fussballfeld-grossen Parkplatz des lokalen Intermarché und schnappen uns im Inneren des riesigen Supermarkts ein Wägeli, welches federleicht ist – weil vollständig aus Kunststoff. Schon bald haben wir unsere Siebensachen beisammen und wägelen rüber zu unserem Camper, wo ich dann Erika Stück für Stück durch die Schiebetüre hineinreiche, um sie dann gleich wieder zu schliessen. Erika ist seit Urzeiten unser Packmeister und verstaut Dinge an Orten, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie gibt 😉 Aber wir versuchen, möglichst wenig Hitze hineinzulassen.
Nur ungefähr 150 km trennen uns vom «Lissabon Camping & Bungalows», die wir über die Autobahn hinter uns bringen.
Bereits gegen halb Vier checkt Erika für uns ein. Im waldähnlichen Campground bekommen wir einen Platz unter Bäumen. Wir fahren die Jalousie heraus, deren Stützen bereits ausserhalb des Standplatzes zu stehen kommen. Uns weht eine angenehme Brise entgegen, wodurch es im Schatten sofort angenehm wird. Ausserdem überzieht sich der Himmel mit Wolken, was uns die vielleicht schöne, aber auch warme Abendsonne erspart.
Die Anlage ist etwas in die Jahre gekommen, funktioniert aber und liegt im Stadtgebiet von Lissabon, wovon wir uns wegen des Strassenlärms überzeugen können. Mit dem Bus sind es 40 Minuten bis zum Busbahnhof von Lissabon, der im Hafengebiet von «Cais do Sodre» liegt, dem ehemaligen Rotlichtquartier.
Links davon gibt es das «neue» Lissabon mit dem Urban Beach und dem Maat, rechts davon das «alte» mit der Touristinfo, dem Alfama-Quartier und den bekannten Sehenswürdigkeiten.
Aber erst morgen. Heute, übrigens exakt einen Monat nach unserer Abreise, spazieren wir rüber zum Pool und dem Restaurant. Der Pool sieht hübsch aus, aber das Restaurant überzeugt rein visuell irgendwie nicht. Also entschliessen wir uns, selber zu kochen. Vorräte haben wir ja…