Rosen entsorgen

Geschafft! 5:55 klingelt der Wecker, und ohne Zmorge schaffen wir es fehlerfrei, den Zug um 7:04 via Bern zu erwischen. Nicht zuletzt auch dank intensivierter P(l)ackerei am Vortag.

Es hat sogar noch gereicht, die 62+1 wunderschönen und leider noch nicht vollständig verwelkten Rosen zu entsorgen.

Die Umsteigerei in Bern und Basel verläuft erstaunlich unspektakulär, und seither lümmeln wir auf unseren bequemen Ledersesseln herum und lesen oder tippen stundenlang vor uns hin.

Der ICE rollt ruhig und mit nur wenig Vibrationen mit teilweise 250 km/h nordwärts. Etwas weniger ruhig ist es um uns herum; wir sind in ein Sandwich zwischen Eltern mit ziemlich zappeligem Nachwuchs geraten.

Jetzt ist es knapp 15 Uhr, in ca. 3/4h sollten wir in Hamburg Hbf ankommen. Ralf hat uns etwas von Sturmflut mit 4.1m über Normalnull geschrieben, aber wir hoffen, den 25-minütigen Fussmarsch vom Hbf zur Deichstrasse ohne Gummistiefel zu schaffen.

Auch für schweizer Verhältnisse sind die vier Minütchen Verspätung praktisch eine Punktlandung, mit der wir im Hbf Hamburg aus dem Zug steigen.

Wir suchen uns in der aufkommenden Dämmerung den Weg an die Deichstrasse zu Fuss – während einer halben Stunde vorbei an mindestens zwei Weihnachtsmärkten und tausenden, dick eingepackten Besuchern.

Etwas weniger zügig geht dann die Übernahme der Wohnung: wir stehen zwar vor dem richtigen Haus mit einer Klingelplatte voller Knöpfe und Nachnamen. Von unseren Kontakten kennen wir aber nur die Vornamen. Wo läuten? Die Telefonnummer, die wir finden, ist nicht bedient.

Und es beginnt zu regnen. Nach längerem Rätselraten beginne ich frecherweise, systematisch die Knöpfe durchzuklingeln. Plötzlich surrt tatsächlich der Türöffner. Super, aber wer war’s? Im Treppenhaus begegnen wir dank des defekten Lifts einem jüngeren Herrn, den wir nach Marion fragen können. Der weiss von Nichts, aber hinter einer der Wohnungstüren hat die gesuchte Marion mitgehört und öffnet. Puuh, Glück gehabt!

Nach der Übernahme der herzigen Wohnung beeilen wir uns, um beim Edeka in der Nähe erst mal Lebensmittel für 7x Frühstück einzukaufen, bevor er für 2 Tage schliesst. Wer uns kennt, weiss, dass wir ziemlich zu schleppen hatten. Dann richten wir uns etwas ein und retten uns bei Sturm und Regen auf die andere Strassenseite zum Italiener.