Wir sind wieder zu Hause, und zwar bereits gegen 18:30! Diese erträgliche Tageszeit verdanken wir wohl dem Umstand, dass wir uns auf dem «Grand Ballon», mitten im Elsass, für eine Abkürzung via Mulhouse und Autobahn entschieden hatten.

Die Fahrt von Strasbourg auf den elsässer Pass führt uns über weite Strecken durch eine weiträumige, nicht allzu intensiv bebaute Landschaft und dann wieder durch hügeliges Gebiet, das schon fast an das berner Voralpengebiet erinnert. Und immer diese Sattelschlepper, die sich im Kriechgang durch die engen Kurven zwängen. Wieder perfektes Reisewetter.

Auf dem «Grand Ballon» – es ist leider schon 15:30 Uhr – fassen wir eben diese Entscheidung, möglichst direkt via Mulhouse die Autobahn anzupeilen. E muss mich bei der Wegfahrt neu ausrichten: es ist nicht die eine, ausgeschilderte Strasse und auch nicht die andere, ebenfalls gross und deutlich bezeichnet. Sondern ein kleines, unauffälliges, aber immerhin asphaltiertes Strässchen, welches eigentlich zum Transport von Holzfällern und ihren langen und schweren Produkten gebaut wurde. 11 Minuten später sind wir runter vom Ballon und bereits in der Ebene Richtung Autobahn. Aber das waren spannende 11 Minuten!

Zu Hause packen wir alles mal aus, duschen ausgiebig und wanken in das Restaurant Löwen in unserem Dorf. So richtig fit und munter sind wir ja nicht mehr, aber die Aussicht auf ein gemütliches Znacht hilft da schon etwas.

In 10 er-fahrenen Tagen knapp 2’900 km auf Stipvisite an die Nordsee und zurück – schön war’s, und wieder mal ein sehr intensives Erlebnis!  

Blick vom einen Restaurant in Richtung des anderen auf dem Grand Ballon.  

Endlich im: Löwen!

Auch Mäxu wird gründlich gereinigt; allerdings dann erst am Sonntag…

… und, eine Woche später, wieder zur «zivilen» Version zurückgebaut.

Die Fahrt von Cochem an der Mosel nach Strasbourg im Elsass führte nicht nur über Landes- und Kulturgrenzen, sondern auch durch eine sehr vielfältige Landschaft vom wunderschönen Mäander der Mosel über den Hunsrück und dessen Nationalpark durch die weiten des Elsass bis in das altehrwürdige, ehemalige wirtschaftliche Zentrum Strasbourgs.

Doch nicht nur Grenzen haben wir durchfahren, sondern auch ein veritables Tiefdruckgebiet. Zum Glück wurde es gegen Schluss besser und nicht umgekehrt, womit wir bei schönstem Abendlicht durch den alten Teil von Strasbourg wandern konnten.

Dort hat uns übrigens E ein Zimmer im noblen Régent Petite France mitten im gleichnamigen Stadtteil reserviert. Und als wäre das nicht schon zuviel der Ehre für zwei schmutzige und übermüdete Motorradfahrer, werden wir auch noch in eine Suite hinaufbefördert. Echt cool, der exklusive Blick auf die Flussläufe, Schleusen und Quartiere!

Leider kämpft E immer noch mit einem Insektenbiss, den sie sich gestern während des Fahrens am Oberschenkel eingefangen hat. Wenn der riesige, rote Fleck nicht von selbst verschwindet, braucht es wohl einen Medizinmann…

Reisebereit: nach einem super tollen, feinen und gesprächsintensiven Abend bei Freunden in Gelsenkirchen…

…machen wir uns auf, den Ruhrpott zu durchqueren. 1,5 Std. Autobahn stehen uns bevor. Aber nur ausnahmsweise. Aus unerfindlichen Gründen hatten wir nämlich noch mehr Mühe als sonst, unseren Schlaf abzubrechen, und möchten trotzdem zu bürgerlichen Zeiten in Cochem eintrudeln. Tschüü, L&W, bis bald mal wieder in der CH…!

Nach dem Autobähnlen können wir endlich durch die Eifel kurven…

…und landen schliesslich in Cochem an der Mosel.

Der Reichsburg von Cochem sieht man die Reichsburg an.

Eine der Moselschleifen.

Da fahren wir morgen lang – mehr Richtung Westen als gen Süden.

A room with a view am und auf den Marktplatz. Unten links das orange Zweirad.

Auch die Mosel ist sehr idyllisch und blau; nicht nur die Donau…

Cochem und seine hehre Reichsburg.

Auf der anderen Seite…

…die nördliche Altstadt.

Cochem by night.

Guet Nacht 👋🏻💤

Von Bremen nach Gelsenkirchen führt nicht gerade eine Traumstrecke, töffahrerisch gesehen. Aber die Tatsache, dass uns dort alte Freunde erwarten, macht diesen minimalen Verlust an Fahrgenuss längstens wieder wett. Überhaupt war die Fahrt nicht halb so langweilig wie ursprünglich befürchtet, weil E dann doch noch eine ziemlich direkte Überlandstrasse quer durch den Ruhrpott und um all die riesigen Städte herum bis vor die Haustüre von L&W ausgetüftelt hat.

Prompt zeigen sich bedrohliche Gewitterwolken bei unserem «Anflug» von Gelsenkirchen. Nochmal ein Grund, sich über einen optimierten Anfahrtsweg zu freuen. Aber es kommt noch besser: nach ein paar Tröpfchen legt sich die Regengefahr wieder und wir biegen trocken und beherzt in das kleine Quartier ein, in dem L&W wohnen. Kaum ist der Motor abgestellt, taucht L aus ihrem Garten auf, dicht gefolgt von W. Wir werden aufs Herzlichste empfangen und bekommen auch gleich das uns bereits bekannte Gästezimmer im ersten Stock zugewiesen. Kurz die Klamotten wechseln und dann ab in den lauschigen Garten, wo Erfrischungen auf uns warten. Gegen halb zwei am kommenden Morgen lohnt sich das Duschen nicht mehr, wie wir finden. Die Zeit dazwischen ist wie im Flug vergangen: viele Köstlichkeiten aus Küche und vom Grill sowie noch mehr spannende Gespräche lassen uns schliesslich müde, aber zufrieden ins Bett sinken.

Gegen 9 Uhr starten wir dann gemeinsam den neuen Tag; am gleichen Tisch im Garten und Jede/Jeder auf seinem Stammplatz. Nur stehen jetzt frische Brötchen auf dem Tisch. Dazu mehr im nächsten Blogbeitrag, Cochem…

E beim Zmörgele in Bremen – wie immer superfein (das Zmorge also;-)…

Ein letzter Blick auf das Hotel Classico in Bremen (rechts!).

 

Schon wieder eine Stadt aus Grimm’s Märchen; ähnlich wie Hameln. Oder wurden die beiden spannenden Geschichten nicht auch von den Gebrüdern Grimm erfunden und publiziert? Wie auch immer: hier geht es um die Bremer Stadtmusikanten. Und die haben wir nach 2 Gehminuten auch prompt gefunden: unser heutiges Hotel liegt nämlich direkt am Markt, wo sich auch die vier Tiere – in Bronze gegossen – die Ehre geben.

Der heutige Weg von Amrum – Start mit Weckerläuten um 05:15 – bis hierhin war sehr abwechslungsreich. Zuerst das Zusammenräumen und Packen im Häuschen. Ich habe die beiden Velos 2x draussen am Zaun wieder hingestellt, bis sie endlich dem immer noch wütenden Sturm widerstehen konnten. Stefan’s Fahrradverleih soll sie schliesslich wieder finden können. Das ist aber kein Vergleich mit den Aufwänden, die E beim ‹Verdichten› all unserer Utensilien für deren Formpressung in die beiden Packtaschen leistet. Trotz des Zuwachs von 3 neuen Tassli findet aber alles einen gut gepolsterten Platz.

Auf der Fähre kommen wir zu einem formvollendeten Zmorge: super Service, alles da. Viel Zeit haben wir ja auch, da die Fähre einen Zwischenhalt auf Föhr macht. Zwei Stunden reichen auch uns zum zmörgele.

Die Reise auf dem Festland, von Dagebüll bis ins Zentrum von Bremen, verläuft zügig, dank den vielen Überland-Strecken. Und so landen wir am Markt in Bremen bereits um 15 Uhr.

Unseren letzten Tag hier in Amrum hätten wir zu gern auch wieder draussen verbracht. Der Wecker meldete sich denn auch prompt um einigermassen komfortable 8 Uhr.

Ein kurzer Blick aus der oberen Etage in die sturmumtoste Botanik reichte längstens für eine wichtige Entscheidung: zurück ins Bett!

Dann, später, Frühstück mit wiederum zeitraubendem Aufräumen von Zmorge-Restanzen wie Käse, Toast, Tee, Butter und so. Schliesslich haben wir auf Töff-Fahrt weder Platz noch Zeit (die Hotels sind schuld), Lebensmittel mitzunehmen. Aber dank weisen Einkaufens bleibt kaum was übrig.

Klar hätten wir morgen Sonntag noch eine letzte Möglichkeit zur Vernichtung eines feinen Zmorgen’s. Wenn aber die Fähre bereits um 7 Uhr ablegt, müssen wir Prioritäten setzen.

Während sich ums Häuschen herum eine böige Windstärke 10 mit Regen mischt, üben wir drinnen mit Google Maps und anderen Errungenschaften der aktuellen Ära herum – durchaus erfolgreich, wie wir finden…

Dann folgt ein allgemeines Zusammen- und Aufräumen, gefolgt von duschen und Töffutensilien paratmachen (sogar die Helmvisiere wurden sauber), bevor wir per Velo in das nahegelegene Restaurant «Likedeeler» fahren. Dank E’s vorausschauender Reservation bekommen wir einen Platz in der verglasten Ecke des Anbaus des traditionsreichen und stets ausgebuchten Restaurants – mit freiem Blick auf die weissen Schaumkronen des Meeres und vielen gekrümmten Bäumen im Vordergrund.

Bei einer derartigen Show schmeckt uns das Essen gleich noch einen Tick besser…!

Schon die Wetterprognose für heute war verheissungsvoll: Sonne, wenig Wolken und Wind, gegen Abend dann mehr von beidem und tagsüber bis 22 Grad. Und genauso war’s, und gefühlt noch besser.

Also raus unter den lebensmüden Sonnenschirm zum Zmorge, dann ab aufs Velo und 4 km Richtung Norddorf dem Meer entlang. Darüber hinaus nochmals 1 km zum Abstellplatz für Velos, und weiter zu Fuss rund um das Vogelschutz- (und Drohnenflugverbots)-Gebiet der Nordspitze von Amrum und schliesslich wieder zweirädrig zurück nach Norddorf zum mindestens weltberühmten Am-Rum-Topf der Café-Bäckerei Schult.

Nach einem Rundgang durch das Städtchen sowie einer Velotour Richtung Süden mit genügend Gegenwind & Steigung, nehmen wir dann inseltypisch früh Platz im wunderschönen Restaurant «Torhaus» des Dorfes Nebel. Der Service ist zwar leider mies, aber das Mönü hat geschmeckt. Lieber so als umgekehrt. Dann weiter gen Süden nach Stenodde, wo unser Häuschen steht, aber immer unmittelbar dem Meer entlang, also immer wieder über eine Art Treibsand und noch meer Gegenwind.

Eingangs Dorf dann noch ein längerer Zwischenhalt an der Mole, weil sich eine Gruppe in Neopren eingeschweisster Männer an ihre Kite-Segel hängen. Einer nach dem Andern und bei mittlerweile viel Wind (Videobeweis folgt). Eine echt coole Sache. Ob es auch XXL-Segel für mich gibt?

Im Häuschen dann ein kurzer Drohnen-Testflug bei viel Wind und immer auf der Flucht vor den mutigen, ewig kreischenden «Austernfischer». Jetzt sind wir reif fürs Bett, zum Glück ohne Wind und Sand.

Morgen ist unser letzter Ferientag auf diesem schönen Fleckchen Erde.

Heute stürmt und gewittert es…

…das wettern wir in unserem Häuschen bei einem langen Frühstück ab!

Am Nami fahren wir zum Einkaufen nach Wittdün…

…und belasten unsere Velos maximal.

So kommen wir – dank E’s Kochkünsten – zu einem leckeren Znacht: Spaghetti Carbonara…

…mit einem feinen Wein: skål!

Und auf einmal bricht die Sonne durch! Morgen soll es ja wieder Sommer sein…

Unsere gestrige Ankunft in Amrum war sozusagen Präzisionsarbeit, um es positiv auszudrücken. E konnte sogar noch den Schlüsselcode des letzten Jahres ausfindig machen. Wir standen nämlich vor einer standhaft verschlossenen Tür, weil der Code, den E vor Wochen telefonisch mit dem Herrn Christians ausgeknobelt hatte, einfach nicht funzte. Also den Herrn anrufen und unser Pech auf seine Combox rapportieren. Dann hatte E die Erleuchtung, und siehe da: der letztjährige Code war immer noch korrekt. In der Zwischenzeit hatte der stets gutgelaunte Herr Christians Bereits zurückgerufen und erfahren, dass wir nun doch kein Problem mehr hatten.

Noch besser funktioniert hatte der Service des Fahrradverleihers: die beiden Velos mit Pfaffenlenker und Kettenschutz standen fahrbereit auf der Wiese vor dem Haus.

Um’s Haus und auch drinnen hatte sich in den letzten 11 Monaten fast nichts verändert: immer noch die urgemütliche Ausstrahlung eines über 50-jährigen, reetgedeckten und echt nordfriesischen Häuschens mit viel Platz und Geschichte und in Sichtweite des Wattenmeers. Also weg mit den feuchten Töffklamotten und hinein in die kurzen Hosen. Dann leeren der Gepäcktaschen, verteilen der Innereien, decken von Mäxu und… oje: es war mittlerweile 17:50 geworden, und die Geschäfte schliessen hier um 18 Uhr. Also sofort ab auf die Räder und über den holprigen Dammweg zum 1,8 km entfernten Edeka in Wittdün. Keuchend und schwitzend treffen wir um 17:58 ein und finden alles, was wir für 4x Zmorge benötigen. Aber vorher gibt’s Znacht, und zwar in der «Seekiste» im gleich nördlich gelegenen Dörfchen Nebel.

Heute konnten wir endlich draussen frühstücken, bei ziemlich Wind, aber ausreichend Sonne und ein paar Wölkchen. Dann ab auf’s Rad und rüber zum Leuchtturm, der bis 14 Uhr geöffnet hat. Wir haben einen genialen Überblick über die kleine Insel: man kann mit einer einfachen Drehung auf dem Absatz problemlos sowohl die Nord- wie auch die Südspitze überblicken. Weiter geht’s zu Stefan’s Fahrradverleih, um mein viel zu grosses Velo gegen ein Damenmodell einzutauschen. Der Mech zeigt uns ihr grösstes Herrenmodell, das häufig gebucht werde, aber auch für ihn zu gross sei. Und er misst 1.93 m. Okay, man ist hier offensichtlich ein kleines Bisschen grösser als ich… Jedenfalls bin ich dankbar, bei Haltemanövern nicht mehr Kopf und Kragen riskieren zu müssen.

Heute hat E im «Strandhäuschen Süddorf» reserviert, wo wir, nach einem Abstecher nach Nebel (für Bargeld und Glacés), einen wundervollen Abend zwischen den Dünen verbringen und nach dem Znacht am Strand spazieren gehen. Da man hier eher früh isst, haben wir auf der Velotour dem Meer entlang nach Steenodde, wo wir wohnen, sogar noch Abendsonne. Der Umweg über die «Blaue Maus» lässt die Sonne aber doch noch ganz untergehen.

Laut Meteo würde diese letzte Etappe unserer Sightseeing-Tour nach Amrum (die Rückreise zählt noch nicht) von moderatem Sommerwetter begleitet: ein paar Wolken, ab und zu Sonne und – vor allem – trocken würde es bleiben. Bei der Wegfahrt von Lübeck staunen wir deshalb schon ein bisschen ob des blauschwarzen Himmels. Trotzdem wählen wir die schöne Strecke abseits der Autobahn. Nach einer halben Stunde machen wir dann aber Halt unter einer Brücke und mitten im dichten Verkehr, welcher übrigens auch auf die Autobahn flüchtet, um unsere Töff-Regenhaut über die schon sehr nassen Töffkleider zu zwängen.

Diese Regenhaut kommt erst wieder an der Fährstelle in Dagebüll Richtung Föhr/Amrum runter. Ein milder Trost für uns ist die Tatsache, dass wir dank der Autobahn eine ganze Stunde zu früh sind…

Der rote Punkt ist Lübeck!

Die elegante Regen-Oberbekleidung ist vom Töff. Nur das Fahrzeug hat gewechselt…

Unser Hotelzimmer liegt einen Steinwurf entfernt hinter dem Holstentor, gleich an der Trave und damit sehr zentral.

Ein optimaler Ausgangspunkt für Streifzüge durch das Zentrum des Zentrums der alten Hanse. Die Wetteraussichten sind zwar alles andere als optimal, aber wir haben ziemliches Glück.

Eine heisse Sache, dieses Lübeck. 33 Grad, um genau zu sein. Bei der Einfahrt führen uns E und ihre wie immer optimal passende Hotelreservation direkt am Holsten Tor vorbei und über die Trave. Gleich danach rechts und wieder links; von unserem Hotelzimmer haben wir also freie Sicht auf dieses berühmteste aller deutschen Stadttore. Mäxu bekommt ein trockenes Plätzchen in einer Velogarage. Die Wetterfrösche quaken nämlich, dass morgen starke Gewitter zu erwarten seien.

Schwierig, sich das vorzustellen. Frisch geduscht und in kurzen Hosen geniessen wir den Sommerabend und entdecken immer neue Winkel und Ansichten dieser hübschen Hansestadt mit ihrer bewegten Geschichte und der vielen Zeitzeugen in Backstein und Gusseisen. Bei frischem Spargel und Holsten Pils lassen wir den Tag Revue passieren.

Eigentlich war die Fahrt von Hameln hierhin eine Fahrt der Umfahrungen: nicht durch Hildesheim, nicht durch Hannover und schon gar nicht durch Hamburg. Aber dank dem lebenden GPS auf dem Sozius finden wir wieder mal all die kleinen Alternativrouten – und mit nur einem klitzekleinen Abstecher über die Autobahn. Dem ersten, seit wir unterwegs sind.

Nach dem feinen Znacht schlendern wir durch kleinste Gässchen mit Namen wie Kolk, kleine und grosse Petersgrube, düstere Querstrasse und Dankwartsgrube und landen wieder an der Trave. Hier lassen wir uns gemütlich nieder, trinken ein Glas Rotwein und geniessen den schönen Abend!

Bepacken unseres Lastesels in Hameln.

Pause zum Ent-Schwitzen in Lauenburg.

Rathaus von und zu Lübeck.

Blick aus dem Hotelzimmer.

Wer kennt ihn nicht, den berühmten Rattenfänger von Hameln? Die Strecke von Fulda hierhin müsste eigentlich auch andere Interessierte als bloss Ratten in ihren Bann ziehen. Diese heutige Streckenführung war nämlich auch für uns «anziehend»: sanft geschwungene Kurven durch eine offene und weite Landschaft entlang von Flüsschen wie der Fulda, der Werra oder der Weser, dazu eine stimmungsvolle Mischung aus hellen Wiesen und dunkeln Wäldern. Alles verpackt in stabiles, immer wärmer werdendes Sommerwetter mit ersten Tendenzen zu Wallungen unter Helm und Rüstung.

In Hameln selbst erwartet uns ein intakter Kern aus sehr alten, hübschen Fachwerkhäusern mit aufwendigen Konstruktionen und Verzierungen. Hier bleiben wir sitzen. Auf dem Marktplatz, inmitten von glücklichen Touris und Einheimischen und umweht von einer lauen Brise, während es laangsam dunkel wird.

Es ist sommerlich warm…

Strassenschäden. Das Unwort des Tages. Das sind wohl Begleiterscheinungen, wenn man drei- oder vierstellige Strassennummern wählt. Auch die Distanzen und die Länge des gefahrenen Tages kann man so kaum verkürzen. Aber wer will das schon: stundenlanges Kurven über weite Ebenen, durch tiefe Wälder und hübsche Dörfer bei immer wärmer werdenden Temperaturen, immer begleitet von dramatischen Wolkengebilden, entschädigen für die eine oder andere Verspannung und rote Augen.

Fulda ist ein sehr hübsches Städtchen an der – genau: Fulda. Für eine ausgiebige Sightseeing Tour reichen allerdings unsere Reserven nicht mehr. Wir verziehen uns schon bald in den Biergarten unseres Hotells und füllen wieder auf…

Die Fahrt nach Baden-Baden verlief perfekt: optimale, eher kühle, aber trockene Witterung und – für einen offiziellen Feiertag erstaunlich – wenig Verkehr.

Auf den kleinen und kurvigen, aber grottenschlechten Strässchen übers Land hatten wir ausreichend Gelegenheit, die neue Fahrwerksabstimmung auszuprobieren. Wie es aussieht, ist alles perfetto!

Unser Hotellchen am Markt liegt gleich neben einer mächtigen Kirche. Es scheint, als wäre man hier derart aufgeschlossen, dass «man» das regelmässige Glockenspiel während der Nacht abstellen liess…

Mal abgesehen vom aktuellen Alltag waren die «Herausforderungen» des künftigen Ferien-Alltags recht hoch: nachdem E am letzten Freitagmorgen die Fahrt mit Mäxu zur Korrektur der Stossdämpfer sehr erfolgreich hinter sich gebracht hatte, musste sie gleichzeitig erfahren, dass die Gabel vorne undicht geworden war! Und da Aschi, unsere Standard-Schrauberbude, komplett ausgelastet war, musste uns Moto Lehmann aushelfen. Das klappte mit etwas Organisations-hin-und-her auch perfekt, was wir telefonisch am Sa Vormittag im Hotel in Duillier bei Nyon erfuhren. Also Töff am So holen gehen, womit endlich alles reisebereit war!

10mm mehr Bodenfreiheit!

Wir sind gerne auf Reisen mit «Mäxu», unserem Töff. Bei diesem Gefährt handelt es sich um ein knapp 300 kg schweres Stück Eisen in Form eines Bügeleisens mit Rädern. Ist übrigens auch so zu fahren…

Aber da wir auf zusammengerechnet gut 230’000 km sehr abwechslungsreichen Reisens zu Zweit auf diesem Klümpchen kommen (eigentlich ist es das dritte Fahrzeug, aber immer Egli VMax), haben wir uns mittlerweile recht gut daran gewöhnt.

Ein bisschen stolz sind wir ja schon, vor allem wegen der (bisher – Holz berühren) unfallfreien Fahrt, z.B. mit Zelt und Matratzen, Kameras, Winterausrüstung, nie benötigten Ersatzteilen etc., aber auch schon ohne vernünftiges Essen und Wetter und das auch mal vom Nordkapp herunter oder von Vancouver nach Los Angeles sowie über unzählige Pässe mit mistigen Strassenbelägen.

Man wird älter. Und etwas besser bei Kasse. Deshalb konnten wir vor 20 Jahren schon Mäxu Nr. 2 mit einem vernünftigen Fahrwerk ausrüsten. Solche Einzelanfertigungen sind tatsächlich nicht ganz billig, aber endlich blieb der Rahmen stabil und man konnte kurven und bremsen wie ein Grosser.

Der jetzige Mäxu Nr. 3 bekam dann letztes Jahr nochmal ein Upgrade; diesmal die Stossdämpfer. Wieder ein kassenleerendes Profi-Teil, aber x-fach einstellbar und speziell für diesen Töff und das Riesengewicht zusammengebaut – und aus Schweden!

Leider war das unserem wirklich verehrten, bewährten und langjährigen Mech dann doch zu viel. Zuerst wurde der Stossdämpfer falsch montiert (fiel ausgerechnet bei der offiziellen Fahrzeugprüfung auf) und danach, nach ein paar Monaten, zwar korrekt, aber doch wieder nicht so, wie wir das besprochen hatten. Ergebnis: noch weniger Bodenfreiheit, d.h. in jeder Kurve schleifen wir mit dem halben Gerät laut kratzend über den Asphalt. Vorher war es nur in jeder zweiten Kurve…

Nach einem längeren Telefonat mit dem Generalimporteur war klar(er), weshalb: die Stossdämpfer wurden maximal verkürzt eingebaut, könnten aber 10 mm länger sein. Das würde schon etwas helfen. Also werden wir nochmal zum Mech fahren und den Stengel korrigieren lassen. So sollten wir es wieder leicht und elegant wie eh und jeh durch die Botanik schaffen. Räusper. Na ja, an der Leichtigkeit arbeiten wir noch. Auch an der Eleganz noch a bisserl. Es geht halt um ein Fahrgewicht von ca. 470 kg…

Nicht mehr lange bis zur grossen Reise. Es gibt noch viel zu packen. Und ein paar Grade wärmer wären dann auch nicht schlecht.

Sieht schön aus – und kurz…