Ein bisschen stolz bin ich schon auf uns Beide: hochrappeln kurz vor Acht, ein letztes Mal Ferienfrühstück, Abwasch, erfolgreiche Kofferkompression à la mode d’Erika, Schlüssel an den geheimnisvollen Ort zurückbringen und zu Fuss quer durch Liverpool zur Bus-Station, wo wir derart früh auftauchen, dass wir den Standard-Bus zum John Lennon Airport nehmen können und so in den Genuss einer 50 Minütigen Fahrt durch die City, Vororte und englische Landschaften kommen. Wir werden alt 😅

Aktuell gondeln wir dem Genfersee entlang und staunen, wie schnell sich die Botanik über die 6 Tage entwickelt hat. Das war zwar auch in Liverpool zu beobachten, bloss ging es da – trotz Tagestemperaturen von deutlich über 20 Grad – nicht ganz so hurtig; gefühlt, nicht gemessen…

Überhaupt ist die Rückreise gefühlt kürzer als gemessen. Irgendwie. Nach einer wenig erholsamen Nacht sind wir zwar recht schlapp unterwegs, und die Reisedauer von Genf nach Hause ist kurioserweise mehr als doppelt so lang (und teuer) als von Liverpool nach Genf, aber trotzdem können wir die Reise halbwegs geniessen. Vielleicht auch dank der frühlingshaften Temperaturen oder auch wegen dem drohenden Senkrechtstart in die verkürzte Arbeitswoche morgen früh. Sehr früh…

Uns hat’s gefallen in Liverpool. Sehr sogar. Seltsamerweise müsste man sagen, dass es uns trotz des ausnehmend schönen Osterwetters sehr gut gefallen hat. Denn bei schlechtem Wetter hätten wir zusätzlich bei einigen der tollen Museen und Shopping-Paradiese halt gemacht und so vielleicht weitere, gute Erinnerungsfetzen gesammelt und gehortet.

Aber so waren wir ganz simpel tagsüber draussen und ab der blauen Stunde drinnen – und dann «bloss noch» zum Essen…

Wie auch immer war es ein genial schönes, verlängertes Osterwochenende für uns: entspannt, gesellig, locker und kulinarisch überhaupt nicht so, wie das schlechte Image der englischen Küche befürchten lässt. Auch das Wetter spielte nicht mit bei der Imagepflege.

Nächstes Jahr also in Wales?

Was soll dieses Ei hier? Jäso, Ostern…

Einer der möglichen, aber für Grossbritannien untypischen Gründe, in Liverpool Ferien zu machen: die Küche 😳 Im Bild unten, gleich unterhalb von Erika: Wolfsbarsch. Einen Teller darunter: schottischer Teryiaki-Lachs mit Jungkartoffeln. Köstlich!

Von der Vorspeise gibt es leider keine photografischen Beweise, weil eben diese Vorspeise zu schnell weg war…

Erika musste nicht lange suchen: es gibt auch hier in Liverpool geniale Kombi-Tickets für den Besuch der diversen Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel per doppelstöckigem Bus mit oben offener Etage für eine befreite Sicht, der uns über verschlungene Pfade zum mächtigen Turm der Anglikanischen Kirche führt und gegen Abend zu den Docks und einer Rundfahrt über den River Mersey mit der «weltberühmten» Fähre. Alles zusammen einen ganzen Tag nutzbar, Reihenfolge und Anzahl Fahrten beliebig wählbar – cool! «Hop on, hop off» halt, wie das im Touristik-Jargon heisst.

Unser Liverpool-Zmorge besteht übrigens jeweils aus Toast, gesalzener (!) Butter, Confi, Weich- und Cheddarkäse aus Britannien, Tee und Lavazzo Rosso, letzterer aus dem neu erstandenen Maschinchen des Warenhauses John Lewis. Davor – wie immer in den Ferien – Speck & Eier. Muss ja schliesslich bis zum Znacht reichen 😇

Das heutige Znacht war übrigens wieder einmal eine Wucht: Schottischer Lachs zur Vorspeise und ein edles Stück eines einheimischen Rindes, begleitet von einem Mini-Salat. Kein Wunder sind wir heute schon zum zweiten Mal hier im «Restaurant Grill & Bar». Unser erster Besuch hier fand aber nicht gestern statt. Gestern stand nämlich ein Burger bzw. Sparerips auf unserem Menuplan – im «What’s Cooking» auf dem Albert Dock.

  • Video: Turbo-Rösslispiel
  • Eigentlich hatten wir gut geschlafen. Und allzu spät hat uns der Wecker eigentlich auch nicht geweckt. Auch das Zmorge hat wieder mal geschmeckt. Eigentlich.

    Und trotzdem haben wir’s heute nicht geschafft, vor 12 Uhr aus der Wohnung zu kommen… Aber die Erlebnisse und Begegnungen des restlichen Tages reichen locker für mindestens einen Ganzen. Schon nur wegen der wundervollen Stimmungsbilder, die sich bei dem prächtigen Wetter fast wie von selbst ergeben. Oder wegen der enormen und eindrücklichen anglikanischen Kathedrale. Oder auch wegen der atemberaubenden Perspektiven aus all den Docks, Hafenanlagen, Riesenrädern, Backsteinquartieren und blühenden Kleingärten.

    Der Weg vor und nach dem Abendessen führt uns dem Wasser, genauer dem Fluss Mersey, entlang. Wenn wir schon fast am Meer wohnen, lassen wir keine Gelegenheit aus, uns da aufzuhalten. Das ist uns schon fast heilig…

    Für den heutigen Tag haben wir uns etwas ganz spezielles vorgenommen, nämlich NICHTS!

    Wir navigieren auf Sicht und marschieren einfach mal los…

    Das Grand Central an der Renshaw Street.

    Super leckere, türkische Eiskrem hilft beim Kühlen. Es sind 22 Grad!

    Multikulti total: das Chinesische Tor am Eingang zu einer der grössten Chinatowns von Europa…

    …und gleich nebenan die grösste anglikanische Kirche von Grossbritannien und die fünftgrösste der Welt!

    Und die ist wirklich SEHR GROSS!

    Wir sind beeindruckt!

    Bei Sonnenlicht gleich nochmal so schön…

    Danach brauchen wir einen Drink. Zum Glück gibt’s gleich nebenan das Cains Brewery Village!

    Bei enem Bierchen gucken wir den Engländern zu…

    Das Outfit der Chicks ist zeitlos: zu eng, zu hoch und überschminkt. Die Herren halten es da schlichter: T-Shirt, Tatoos und Hängemuskeln.

    Tolle Stimmung am Yachhafen.

    Auch aus der Ferne wirkt die Kirche gigantisch. Aber schön ist anders…

    Ebbe am River Mersey. In Meeresnähe gibt es sowas…

    Auf dem 60m hohen Riesenrad.

    Liverpool von oben.

    Bald Sonnenuntergang…

    …nach dem Sonnenuntergang: Blick über das Albert Dock.

    Die «Drei Beauties» am Pier Head.

    Auch sehr fotogen: das alte Pump House.

    Gute Nacht und schöne Ostern allerseits! 👋

    Noch ist die Kaffeezubereitung zum Zmorge etwas provisorisch. Aber der Rest des Tages gar nicht – wir erkunden Liverpool zu Fuss. Beginnend mit den Docks entlang dem Fluss Mersey.

    Am Abend, nach einer Dusche und „Kontrolle“ der neuen Espressomaschine sowie der geflickten Toilette, versuchen wir, etwas gegen den Hunger zu machen. Auch das gelingt uns sehr gut, nämlich im „Viva Brazil“.

    Die Grundlagen für den neuen Tag werden gelegt

    Beatles everywhere

    Shopping

    Es gibt viele Shoppingzentren. Aber wo gibt es Espressomaschinen?

    AirBnB-Verwaltung

    An diesem geheimnisvollen Ort geben wir unsere Hausschlüssel ab. Unsere Toilette muss geflickt werden.

    Famous Wall

    Die Wall of Fame

     

    Bereits heute Gründonnerstag scheint es laut Radio lange Autokolonnen Richtung Süden zu geben.

    Wir bleiben cool. Es reicht locker zum Packen, es gibt sehr leichtes Gepäck (ohne Fotoapparate und Schirm!), zum ausgiebigen Zmorge und mir noch zu einer halben Stunde arbeiten. Unser Zug geht ja erst 12:04 Uhr.

    Zwei Mal umsteigen und am Genfer Flughafen direkt durch die Security, Handgepäck und Online-CheckIn sei dank.

    100 Minuten später rumpelt der orange Flieger auf der Piste des John-Lennon Airports. Wir Schweizer fummeln natürlich sofort an unseren mechanischen Uhren rum, um sie eine Stunde zurückzustellen.

    Jetzt noch eine halbe Stunde Taxifahrt, gleich langes Suchen nach dem «Osternest» im Quartier (mit den Hausschlüsseln) und nochmal 30 Min. für den Lebensmittel-Einkauf, und schon sind wir parat für unseren ersten Streifzug durch Liverpool. Es wird langsam dunkel, es ist immer noch warm und wir sind hungrig!

    Nur noch zwei Tage, aber es sieht gut aus. Wetterlich, sozusagen. Hoffentlich halten Trend und Versprechen…

    Wetter ist nicht alles. In Liverpool soll es tolle Museen und Kathedralen geben und sicher auch «amächelige» Pubs. Aber trotzdem: momentan spielt das Wetter hier zu Hause Spätwinter inkl. aprilhaften Kapriolen. Aber es dauert ja noch ein wenig. WaaWa ist angesagt…