Die Dame im Karbäuschen mustert skeptisch unser Ticket. Es handelt sich um unseren Fahrschein für die grosse Fähre von Oslo nach Kiel.

Wir sind seit knapp zwei Stunden stolze Besitzer zweier Weingläserpaare aus Vivestad und froh, dass wir es gerade noch zur Fähre geschafft haben. Jetzt sitzen wir da, vor diesem Karbäuschen, in unserem Kombi und starren verständnislos die Dame da drin an. Ob wir mit Auto reisen, will sie wissen. Wir hätten bloss die Kabine mit Abend- und Morgenessen gebucht. Jetzt rätseln wir, ob wir lachen oder weinen sollen.

Die Wogen glätten sich nur langsam: wir hatten vor zwei Wochen mit viel Mühe und telefonisch die Überfahrt einen Tag vorverlegt sowie das Hotel in Oslo abgesagt, weil wir am kommenden Sonntag zu einer Taufe eingeladen wurden und mindestens zwei Tage brauchen, um uns für das Arbeitsleben zu rüsten.

Beim Umbuchen ging offensichtlich unser Fahrzeug verloren bzw. vergessen. Aber die Dame blieb souverän, trotz unserer aufkeimenden Panik, und fand noch ein Stellplätzchen für unser Gefährt…

Das war eine «Schlaucherei». Der Ausdruck passt gleich doppelt: wir hatten zwei Kajaks gekauft, um immer eine Möglichkeit zum Rumpaddeln zu haben. Wir kennen das vom Kanu, dachten wir…

Um mobil zu bleiben, natürlich aufblasbar. Eigentlich eine gute Idee, die sich bei unserer Jungfernfahrt auf dem Bielersee auch bestätigte. Wir waren zwar noch etwas wackelig, aber doch recht flott unterwegs – und es machte Spass.

  • Aber der Rücken! Zwei mal 18 kg bei diesem Riesen-Packmass. Autsch. Die Jüngsten sind wir schon lange nicht mehr…
  • Und dann das Volumen! Mit einer manuellen und einer elektrischen Pumpe, zwei Schwimmwesten und zwei Doppelpaddel blieb kaum noch Platz im eigentlich geräumigen Kombi.
  • Und schliesslich die Tatsache, dass wir die beiden, 3,8 Meter langen Teile leicht aufgepumpt lagern sollten, um eine möglichst lange Lebensdauer zu bekommen. Aber wo?

Seufz. Schweren Herzens haben wir diesen Zuwachs an Lebensqualität wieder zurückgegeben. Das war ein schöner Ausflug in die schöne Welt des Wassersports.

Wir werden unterwegs etwas mieten. Vielleicht ein Kanu – das kennen wir wenigstens. Diesmal haben wir sogar einen Dachgepäckträger dabei. Und – ganz neu – eine Anhängerkupplung am Auto! Damit lässt sich auch was anstellen…