Heute ist Stephanstag. Will heissen: der 24. Dezember 2024 mit dem Miniatur-Wunderland und der Weihnachtstag mit dem sehnlichst erwarteten Konzert im grossen Saal der Elphi sind Geschichte. Aber da morgen Heute ebenfalls Geschichte ist, nehmen wir uns Zeit. Viel Zeit sogar. Ein paar Stichworte:

Am 22. haben wir uns unsere nähere Umgebung angeschaut, also dem Hafen entlang zu den Landungsbrücken und, by night, zurück. Znacht im Whiskyplaza gleich nebenan.

Am 23. besuchen wir dann, bei Sonnenschein, die Weihnachtsmärkte an der kleinen Alster und gönnen uns einen Glühwein, von dem es das eine Tassli in unser Gepäck nach Hause schaffen wird. Dann schlendern wir weiter zum Weihachtsmarkt St. Pauli bei der Reeperbahn. Dann zurück zum Hafen und der Landungsbrücke entlang zur Hafencity. Znacht im sehr schönen Wild Scandinavian Cooking auf eine Lieger, d.h. einem stillgelegten Frachtkahn.

Am 24. bestaunen wir die genialen und sehr unterhaltsamen kleinen Welten des Miniatur-Wunderlandes. Wir haben auch nach 5 Stunden noch nicht alles entdeckt. Ein super feines Fisch- Znacht im Coast by East ganz in der Nähe vom gestrigen wilden Cooking.

Geschafft! 5:55 klingelt der Wecker, und ohne Zmorge schaffen wir es fehlerfrei, den Zug um 7:04 via Bern zu erwischen. Nicht zuletzt auch dank intensivierter P(l)ackerei am Vortag.

Es hat sogar noch gereicht, die 62+1 wunderschönen und leider noch nicht vollständig verwelkten Rosen zu entsorgen.

Die Umsteigerei in Bern und Basel verläuft erstaunlich unspektakulär, und seither lümmeln wir auf unseren bequemen Ledersesseln herum und lesen oder tippen stundenlang vor uns hin.

Der ICE rollt ruhig und mit nur wenig Vibrationen mit teilweise 250 km/h nordwärts. Etwas weniger ruhig ist es um uns herum; wir sind in ein Sandwich zwischen Eltern mit ziemlich zappeligem Nachwuchs geraten.

Jetzt ist es knapp 15 Uhr, in ca. 3/4h sollten wir in Hamburg Hbf ankommen. Ralf hat uns etwas von Sturmflut mit 4.1m über Normalnull geschrieben, aber wir hoffen, den 25-minütigen Fussmarsch vom Hbf zur Deichstrasse ohne Gummistiefel zu schaffen.

Auch für schweizer Verhältnisse sind die vier Minütchen Verspätung praktisch eine Punktlandung, mit der wir im Hbf Hamburg aus dem Zug steigen.

Wir suchen uns in der aufkommenden Dämmerung den Weg an die Deichstrasse zu Fuss – während einer halben Stunde vorbei an mindestens zwei Weihnachtsmärkten und tausenden, dick eingepackten Besuchern.

Etwas weniger zügig geht dann die Übernahme der Wohnung: wir stehen zwar vor dem richtigen Haus mit einer Klingelplatte voller Knöpfe und Nachnamen. Von unseren Kontakten kennen wir aber nur die Vornamen. Wo läuten? Die Telefonnummer, die wir finden, ist nicht bedient.

Und es beginnt zu regnen. Nach längerem Rätselraten beginne ich frecherweise, systematisch die Knöpfe durchzuklingeln. Plötzlich surrt tatsächlich der Türöffner. Super, aber wer war’s? Im Treppenhaus begegnen wir dank des defekten Lifts einem jüngeren Herrn, den wir nach Marion fragen können. Der weiss von Nichts, aber hinter einer der Wohnungstüren hat die gesuchte Marion mitgehört und öffnet. Puuh, Glück gehabt!

Nach der Übernahme der herzigen Wohnung beeilen wir uns, um beim Edeka in der Nähe erst mal Lebensmittel für 7x Frühstück einzukaufen, bevor er für 2 Tage schliesst. Wer uns kennt, weiss, dass wir ziemlich zu schleppen hatten. Dann richten wir uns etwas ein und retten uns bei Sturm und Regen auf die andere Strassenseite zum Italiener.

Wir wussten ja, dass die DB erst von einem gewissen Zeitpunkt an ihren Fahrplan freigibt. Das macht die SBB auch so.

Aber dass die Spezialtarife nicht auch für die Rückreise gelten, sondern gestaffelt eingeführt werden, hatten wir uns nicht überlegt. Rückblickend erscheint uns dieses Vorgehen irgendwie logisch…

Also sind wir stolze Besitzer von Rückreisetickets geworden, die erstens nur für die zweite Klasse gelten und zweitens trotzdem fast 3x so teuer sind als die Erstklasstickets der Hinreise.

Zwei Wochen später hat Erika dann entdeckt, dass einige der Rückreisetickets plötzlich um Faktoren günstiger und jetzt auch für die erste Klasse erhältlich waren.

Also sofort neu buchen! Unsere ursprünglichen Tickets waren ja sogenannte Flex-Tickets mit kostenloser Rückgabemöglichkeit.

Leider leider hat es keinen Platz mehr in der ersten Klasse. Also haben wir jetzt die sinnfreie Konstellation, dass wir zwar erster Klasse heimreisen dürfen, aber nur für die zweite Klasse eine Sitzplatzreservation haben…